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Dienstag, 5. Januar 2010

Exilhabana

Ein herzliches Hallo von der Insel. Mit roter Nase (a: wegen des immerfliessenden Rums, b: wegen des Sonnenbrandes, den ich mir vergangene Woche geholt hab (Sonne = dem europaeischen Leser aus dem Alltag vielleicht unbekannte, grosse, sehr heisse Kugel die den Mittelpunkt unseres.. naja, ihr wisst schon, aber vor allem c: wegen der allgemeinen Schamesroete. Hab mich ja so ewig nicht mehr gemeldet. Sry dafuer) wuensche ich allen die mich kennen ein schoenes, gesundes, neues Jahr. Allen die mich moegen ein besonders tolles . Hoffe ihr habt den Weihnachtstrubel gut ueberstanden. Da der Weihnachtsstress hier revolutionstechnisch sozusagen verhindert wird, kann ich mich meinerseits nicht beschweren. Auch wenn bei den warmen Temperaturen, fehlenden Geruechen und Weihnachtsgewohnheiten die Stimmung nicht so recht aufkam, hatte ich ein paar sehr schoene Tage. Sowohl an der Deutschschule im Kreise der Lehrer- und Schuelerschaft als auch zu Haus mit kubanischer Familie haben wir es uns wirklich nett gemacht und gut geschlemmt. Ein paar Geschenkchen gabs auch. Erst diese Woche geht der Deutschunterricht wieder los und so konnte ich die freien Tage nutzen, bin dem dreckigen Havanna entflohen und habe die Suedkueste Kubas bereist. Schoen wars. Mit Rucksack, Zelt und Schlafsack gings los. Und so bin ich netten Menschen begegnet (auch verrueckten), habe viel gesehen (und gefuehlt), Natur pur genossen, Milch ausgefahren, bin viel gewandert (notgedrungen), habe so etwa jedes Verkehrsmittel, das auf der Insel zu finden ist, ausprobiert (bringt Abenteuer und spart Geld, aber weder Zeit noch Kraft), habe Silvester de manera cubana erleben duerfen, mich als Mann verkleiden muessen (bin eindeutig an die falsche Familie geraten zum Silvesterfeiern ) und ueber die ein oder andere kubanische Gewohnheit mehr gestaunt, gelacht, geschimpf, etwa 100mal in voellig verstoerte Gesichter geblickt und erklaeren muessen, dass und warum ich kein Fleisch esse, meine Liebe zu Yuca und kreolischem Essen allgemein ausgelebt, in tuerkisen Bergseen gebadet, die schoensten Landschaften bewundert und naja.. das Leben gefuehlt. Ich lass mal den Kitsch beiseite und resuemiere gluecklich: Lohnenswert. Grossartige Woche. In dieser kurzen Zeit habe ich wohl schon mehr kennengelernt von der Insel, als die meisten Kubaner selbst. Die Welt ist ungerecht. Wissmer ja.
Nun bin ich wieder hier. Freue mich auf die naechste Woche, in der ich meine Schueler maltretieren (?) werde. Pruefungen stehen an. Hehe. Naja, sie werdens schon packen. Dann werde ich mich fuer einen letzten Spanischkurs an der Uni einschreiben und dann, ja dann, wenn alles klappt den Osten Kubas besuchen und schliesslich das Festland. Freu mich schon. Meld mich also spaetestens von dort.

Liebste Gruesse aus dem Land der stillstehenden Uhren

Eure Sabrina

Sonntag, 25. Oktober 2009

schoenes kuba

lang lang ists her, hier meld ich mich mal wieder. ein kurzabriss eines wirklich, wirklich gelungenen wochenendes:
ein kleiner tripp. diesmal ins landesinnere. wie hinkommen? mit dem bus! nach 6 stunden ticketkauf (also eher warten als kaufen) am donnerstag, sassen wir also freitag frueh in freudiger erwartung viel zu unausgeschlafen von der party am vortag im bus und ab ging die post. wir wurden dann aber schnell hellwach. spaetestens als sich uns mit dem ortschild viñales gleichzeitig die schoenste landschaft bot, die ich seit langem gesehen habe, vielleicht die schoenste ueberhaupt. in einem tal gelegen, ist dieses kleine (leider touristen-) doerfchen (zum glueck ist die hauptsaison in weiter ferne) weit und breit von der schoensten natur umgeben, die vor allem landwirtschaftlich genutzt wird. nachdem wir eine unterkunft gefunden haben, gings ab ins nirgendwo. man hat uns zwar von allen seiten empfohlen einen fuehrer zu nehmen aber wer nicht hoeren will... muss sich ja verlaufen! und das in flipflops. aus einem geplanten kleinen spaziergang wurde eine tour der feinsten art. vorbei an zuckerrohrfeldern, bananenbaeumen, anderen fruechten deren name ich schon wieder vergessen hab, kleinen verlassenen holzhuetten, zahnlosen landarbeitern, kuehen und pferden und kleinen bauernhoefen und alles war einfach nur gruen, und ruhig und schoen, so schoen. "und ich dachte, ich bin im paradies" um mal meine oma zu zitieren, die hier auch vor einigen jahren weilte und mir immernoch vorschwaermt.
abends die dorfdisko gerockt. naja, eher gesalst (schlechter witz, ganz schlecht, ich weiss)und festgestellt, dass 3 flaschen rum fuer 7 leute manchmal doch bissel viel sein koennen. am naechsten tag bissel truebe aus der waesche geguckt (sogar die kubaner) aber nuetzt ja alles nix. denn fuer diesen tag haben wir uns dann doch einen landeskundigen kubaner geschnappt um die schoensten fleckchen nicht wieder zu umlaufen. und es hat sich gelohnt! ueber die kleinen fluesse fuehrten leider nur palmenstaemme. sehr duennte palmenstaemme. zum leid meiner person. zur freude aller anderen. man bekommt hier ein sehr dickes fell, die kubaner machen sich wirklich ueber alles und jeden lustig. irgendwie hab ichs aber doch geschafft und bin nicht ins wasser geplumpst. und schliesslich wars das alles wert. wir sind eine hoehle begangen, die da ploetzlich aus dem nichts auftauchte. etwas verwundert hats mich schon, weil es eigentlich die ganze zeit hiess, wir seien auf dem weg zu einem see. hat sich dann geklaert, denn der "see" war in der hoehle. ziemlich erfrischend, ziemlich dunkel, nur fackellicht aber trotzdem, oder gerade deswegen? mehr als schoen. und lustig allemal. auf dem rueckweg frische fruechte gepflueckt und die natur nochmal genossen um dann doch irgendwann ziemlich schlapp zurueckzukehren. der abend war entsprechend ruhiger. auf dem dorfplatz gabs ne kinderdisko. wir sind fast gar nicht aufgefallen :)
leider gings heute sehr zeitig zurueck, da wir keine rueckfahrtickets hatten und irgendwie improvisieren mussten. hat unglaublich gut geklappt, nicht wie beim letzten mal.
und jetzt bin ich wieder im schoenen havanna. und freu mich auf fotogucken und domino heut abend mit den anderen.

n sehr mueder (scheiss haehne aufm dorf!! keine zwei stunden schlaf. ich hatte echte mordgedanken) aber doch gluecklicher gruss an den leser

eure sabrina

Dienstag, 6. Oktober 2009

Die Reise des jungen Che

kann nicht halb so spannend gewesen sein, wie mein Wochenende.
Ich uebertreibe wie immer masslos. Egal:
Uns hat die Reiselust gepackt. Man will ja auch bissel was sehen vom Land. Da dachten wir uns, wir koennten die Sache ja auch bissel geplant angehen (selten doofes Vorhaben auf Kuba) und haben uns auf den Weg in diverse “Reisebueros” (ich nenns mal freundlich Kaschemme mit Schreibtisch) gemacht. Das war ein Dreistundenmarsch durch Havanna, nur um herauszubekommen, dass es auf Kuba scheinbar nicht moeglich ist, gemeinsam mit Einheimischen zu verreisen. Die Auslaender duerfen nicht die gleichen Campingplaetze und Busse nutzen wie die Kubaner, na und die Kubaner koennen die Campingplaetze und Busse der Auslaender nicht bezahlen.
Geaergert. Finger gezeigt. Mach mers halt anders!
Und fahren mitm Zug. Dachten wir uns.
Los ging der kleine Ausflug 12Uhr Nachts. Der Zug sollte 5Uhr Morgens fahren, aber sicher ist sicher auf dieser Insel. Und es kam wie es kommen musste: Fuer einen normaler Weise 1,5h- Weg im Bus haben wir sage und schreibe 8 Stunden gebraucht.
Das war so: Der Zug sollte auf der anderen Hafenseite Havannas vom Ortsteil Cassablanca abfahren. Muss man also erstmal uebers Meer schippern mit der Faehre. Nach Busfahrt und Fussmarsch durch halb Havanna kommen wir am Faehrhaeuschen an, nur damit uns die freundliche Faehrfrau erklaert, dass die naechste Faehre erst 10 min bevor der Zug abfaehrt, kommt. Risiko zu hoch. In den naechsten Bus gestiegen um ueber einen Riesenumweg auf die andere Landseite zum Bahnhof zu fahren. Ankunft am “Bahnhof” (=3 Baenke, 2 Schienen, 1 Haeuschen): 1.45Uhr, Gemuetszustand: erheitert (vor allem weil ich belustigt festgestellt habe, dass “Cassablanca” nicht etwa der Ortsteil ist, sondern vor dem weissen Bahnhofshaeuschen einfach ein Schild steht auf dem man “Casa blanca” (=weisses Haus) lesen kann). Als wir gerade unser Nachtlager aufschlagen wollen um zu pennen bis der Zug kommt, erklaert uns die freundliche Bahnhofsfrau im Bahnhofshaeuschen, dass der Zug heute wohl nicht fahren wird.

Hm, schnellstens zusammengepackt. Der Bus der uns hergebracht hat, muss ja auch wieder zurueckfahren. Hm, hier nicht. Halbe Std. Gewartet. Fuer sinnlos erklaert. Zu Fuss weiter. Bis zur Autopista und dort auf den naechsten Bus gewartet. Ortszeit: 3.00Uhr, Gemuetszustand: extrem mittel. (Gruss an dich Leo, falls du das liest!). Bus kam dann nach doch schon einer Stunde, fuhr aber nicht bis zum gewuenschten Zielort. Wir also getrampt das letzte Stueck, in einem Bus ohne Sitze (fragt mich nicht wieso). Leider mit einem etwas beschraenkten Fahrer, der uns nicht wie gewuenscht rauslies, sondern erstmal noch einige Kilometer weiter gefahren ist. Wir befanden uns zu diesem Zeitpunkt also mitten auf dem Land, es fuhren immermal ein paar Pferdekutschen vorbei. So ein Kutscher meinte auch, wir braeuchten nur 10minuten. Pustekuchen. 4km. Kalt. Rina grummelig. Zumal: weder Kueste noch Ort in Sicht. Als wir endlich das Ziel vor Augen hatten, war es 7Uhr morgens. Gemuetszustand: wieder aufstrebend. Denn, ich kann es nicht anders sagen, manchmal lohnt sich der groesste Umweg. Wenn man vor sich den Vollmond untergehen und hinter sich die Sonne ueber diesem wunderschoenen Land aufgehen sieht, ist einem eigentlich alles andere egal. Naja und der Blick der sich uns dann kurz vor Ankuft bot, war auch nicht schlecht. Ein Fluss, der direkt ins weite Meer muendet, rechts und links Gebirge (naja, ein sehr kleines Gebirge aber trotzdem  ) davor ein winziges Dorf, Pferdekutschen und Huehner.. die aufgehende Sonne, ein bisschen Nebel ueber den saftig gruen bewachsenen Huegeln. Mal wieder Bilderbuch. Rina im Glueck 
Dann gings los, denn um zum Strand zu kommen, muss man erstmal auf die andere Seite klettern. Und ich als unerfahrene Kletterin fand das schon bisschen abenteuerlich. Hat viel Spass gemacht. Jetzt hab ich schoen zerschrammte und zerkratzte Beine.
Als wir dann ankamen, war es uebrigens halb 9… Es folgte ein etwas ruhigeres Wochenende mit viel Wasser, Tanzen bei Mondschein und Schlafen unterm Himmelszelt. Fliegende Kakerlaken gabs auch. Das war weniger schoen. Aber was macht man nicht alles mit 

Gestern hatte ich meine erste Deutschklasse. Hochinteressant. Die Schueler sind voellig gemixt. 20-55Jahre. Ich wuerd sagen, ich hab mich halbwegs gut geschlagen. Noch relativ viel improvisiert, aber das wird schon mit der Zeit. Mal sehen wie viele morgen wiederkommen 
Es schickt Gruesse in die Welt
Sabrina

Montag, 21. September 2009

Weisses Havanna

geht auch ohne Schnee.
Sonntag war die ganze Stadt, was sag ich- das ganze Land aus dem Haeuschen!
Ich weiss gar nicht, ob sich das bis in die nichtsozialistische Welt getragen hat: Hier fand ein Konzert statt, dass Kuba so noch nie gesehen hat. Fuer den Frieden. Es waren ueber eine Million Menschen auf dem Platz der Revolution. Wegen des Friedens einerseits, auf der anderen Seite vor allem wegen internationalem Besuch. Man sagte mir, es sei das erste Mal gewesen, dass diese Insel ihre Tueren soweit geoeffnet hat, fuer eine solche Veranstaltung. Einige von euch kennen vielleicht "Tengo la camisa negra" von Juanes!? Eben jener war auch da. Naja und Racheli- meine Lieblingskubanerin :) - hatte nach dem obligatorischen tamperamentvollem lateinamerikanischen Ausflippen doch tatsaechlich Traenen in den Augen weil es so unglaublich fuer sie war, dass da jmd. steht, den man sonst immer nur ueber den Flimmerkasten bewundern kann... War schon richtig schoen irgendwie, die Stadt so zu sehen. Opfer gabs natuerlich auch. Da mussten schon ein Paar aus der Menge getragen werden. Ausserdem polizeiliche Willkuer wie immer. Aber fuer eine Veranstaltung dieser Groessenordnung, und dazu noch die erste der Geschichte der Insel, lief alles glatt.
Das war so der Hoehepunkt eines, auch ansonsten, sehr schoenen Wochenendes. Kam mir nach einem beschissenen Freitag gelegen. Warum beschissen, fragt sich der interessierte Leser jetzt wahrscheinlich. Naja, manchmal machen es einem bestimmte Gegebenheiten echt nicht leicht. An meiner Fakultaet ist es manchmal schwierig. Viele Austauschstudenten haben sie zumindest in der Psychologie nicht. Und wenn dann auch aus der Karibik oder Lateinamerika. Sprich: Der spanischen Sprache maechtig. Nicht wie ich. Naja, auch logisch- sie sind es nicht gewohnt und da fehlt halt echt das Verstaendnis oder Entgegenkommen fuer die komische Blonde die nuescht versteht. Ich kann aber auch nicht zaubern.
Was mich aber viel wuetender macht (und eben am Freitag gemacht hat), ist die extrem grosse Rolle die Sex hier ueberall spielt. Da wird man doch tatsaechlich einfach mal so auf der Strasse gefragt (von dreisten Europaern) wo denn eine Bar sei, in der man Frauen finden und "Spass haben" kann "fuer eine Nacht". Und als ich dann in einer Diskothek in einem kuschelig tanzenden Trio zwei hornalte Europaer und einen extrem jungen Kubaner erkannte, der schoen mit Alkohol versorgt wurde, war der Tag endgueltig im Eimer. Alles natuerlich keine Seltenheiten und auch bekannt, aber irgendwie war ich doch erschrocken.

So, um wieder runter zu kommen, erzaehl ich noch kurz was profanes. Mein Wochenablauf. Damit man sich das mal vorstellen kann.
Nach endlosem Aemtergang und zum Tausendstenmalzuirgendwelchenpersonengerenne bin ich in ein paar Tagen endlich offizielle Studentin der Psychologie und besuche ausserdem Spanischkurse an der Uni. Aussagen einiger Leute, dass das fuer Auslaender verboten sei ignorierend, gehe ich einmal in der Woche in ein Unternehmen um da (so genau weiss ichs auch noch nicht) ne Organisationsanalyse zu machen. Fuer Arbeitspsychologie eben. Das wird sicher noch spannend. Dann wird fleissig Salsa getanzt bei Jesus, der weniger fromm ist, als sein Name verlauten laesst :). Durch einen gluecklichen Zufall habe ich ein Projekt etwas ausserhalb vom Zentrum Havannas kennengelernt. Dort finden sich Kuenstler und Interessierte aller Art zusammen und machen Kunst und Musik. Vor allem werden Waende angemalt. Hoert sich komisch an, aber das ganze Viertel ist wie ein buntes Museum mit Bildern und Skulpturen verschiedenster Art. Themen und Ideen gibts genug aber an den Mitteln fehlt es halt wie immer. Ausserdem findet einmal in der Woche ein Workshop fuer Kinder statt. Am Samstag war ich das erste Mal da und werd das ab jetzt oefter machen. Helfende Haende sind immer willkommen und die Leute sind supernett!
Ha! Und seit einer halben Stunde auch noch das: Alle die schonmal ein Referat von mir gehoert haben, werden es kaum glauben aber irgendwie hab ich mich dazu ueberreden lassen Deutschunterricht fuer Kubaner zu geben (ein Lehrer hat halt noch gefehlt) und so werde ich ab Oktober zwei Mal in der Woche mit Strenge und Rohrstock vor einer Horde Verrueckter (wie kann man nur freiwillig Deutsch lernen?) stehen und meinen Zorn ueber die eigenen fehlenden Sprachkenntnisse kompensieren. Wat freu ich mich.. im Ernst- mal sehen wie es wird. Im Moment ist mir bei dem Gedanken noch etwas mulmig.
Da ich in meinem Zimmer keinen Schreibtisch habe, verbringe ich auch viel Zeit in einer Halle, die sich Bibliothek nennt (etwas anders als in Deutschland: In der Bibo hier ist es etwa so laut wie in ner Bahnhofswartehalle) und versuch mich irgendwie in die spanische Grammatik zu fitzen. Irgendwann wirds hoffentlich.
Freitag war nach der Uni bisher immer Strandtag. Hoffe das bleibt so :)

Naja, und so oder so aehnlich ist schon wieder die dritte Woche dahingedroeppelt. Ich hoffe die Monate wollen nicht aehnlich schnell vergehen.

Gruesse in alle Ecken der Welt!!
Es herzt,
die Rina

Dienstag, 15. September 2009

Michael Jackson ist tot

...und einer der fuenf wichtigsten Revolutionsfuehrer seit Samstag auch. Das hat hier etwa aehnliche Ausmasse. Die Kunde hat sich innerhalb von wenigen Stunden verbreitet und so waren am naechsten Tag alle Laeden geschlossen, das Staatsfernsehen zeigte von Frueh bis Spaet Dokumentationen und Reden von und ueber den verstorbenen Commandante und auf dem Platz der Revolution (wo sonst?) fand eine Gedenkveranstaltung statt, dass einem Hoeren und Sehen verging. Das koennt ihr euch nicht vorstellen: Massen! Tausende in einer Schlange um dem Verstorbenen die Letzte Ehre zu erweisen. Ob freiwillig oder erzwungen sei mal dahingestellt. Ich glaub die letzten in der Schlange haben den ganzen Tag gewartet. Verrueckte Welt.

Montag, 7. September 2009

Eine kleine Nachricht zwischendurch

fuer mehr ist keine Zeit. Ausserdem ist das hier mit dem Internetzugang nicht das Wahre. Ich kann mich aber gluecklich schaetzen, dass ich ueberhaupt die Moeglichkeit habe, will also nicht meckern.

Ich werde ich mir Muehe geben, bald ausfuehrlicher zu beschreiben, was ich hier fuer ein Leben habe. Fuer den Moment nur eine kleine Anekdote vom gestrigen Abend.

Ich war mit einigen Kubanern und Deutschen zusammen, es wurde viel erzaehlt, gelacht, natuerlich Salsa getanzt (ich mache schon erste Fortschritte, meine Hornhaut waechst bestaendig. Man tanzt natuerlich barfuessig. In einer ein wenig verfallenen Jugendstil- Villa. Von der Terasse aus kann man den Vollmond sehen und die Daecher Havannas, die unzaehlige Geheimnisse bereit halten. Ich mag diese Stadt sehr).
Das Gespraech kommt aufs Haare schneiden. Es gibt irgendwie kaum Friseure hier aber irgendwann muessen die Haare ja mal ab, so dass wir beschliessen sie uns gegenseitig zu schneiden. Ich freue mich, dass ich daran gedacht hab, verwechsle aber in der Aufregung das Wort pelo (=Haar) mit culo (=Arsch) und verkuende so lauthals, dass ich eine Arsch- Schere dabei habe!!

Das Gelaechter war gross und so kamen wir auf die unterschiedlichsten Spanischversprecher. Da hat jmd. viel Spass verursacht gestern abend :)

Ich gruesse euch. Eine laengere Nachricht ist in Arbeit.

Sabrina

Samstag, 5. September 2009

Tropical Island- IN ECHT!

Man nehme sich einen sonnigen Freitag in Havanna (der ist nicht schwer zu kriegen), nette Leute (gibts auch zu Hauf) und ein viel zu altes Auto, als Taxi verkleidet, das viel zu schnell ueber die viel zu loechrigen Strassen faehrt (so dass einem die Sitzfedern schoen in den Allerwertesten druecken). Man bezahle fuer diese Achterbahnfahrt sehr wenig, steige aus, mache die Augen auf und versuche sein Glueck zu fassen! Strand, Palmen, Meer. Stellt euch einfach eins dieser Klischeekaribikbilder vor. Ja, so ist es wirklich. Schoen, dass man das Ganze auch noch als Bildungsurlaub tarnen kann. Man lernt ja schliesslich Spanisch wenn man mit Kubanern an kubanischen Straenden liegt...

Keine Angst- ich war auch schon an der Uni und lerne fleissig. HA! Ich muss ein psychologisches Gutachten ueber ein Kind, das abnormales Verhalten zeigt, erstellen. So richtig mit Befragung und Verhaltensbeobachtung und Interpretation und Auswertung. Das Ganze wird dann vor der gesamten Studentenmeute vorgestellt.. Das kann hier noch sehr spannend werden. Und ist es eigentlich auch schon die ganze Zeit :)
Will sagen- es geht mir verdammt gut!

Es gruesst und herzt
die Rina

Sonntag, 30. August 2009

Habana

Es ist warm.
Gestern abend war ein riesengrosses Fest - zum Sommer"ende". Das ich nicht lache!
Mein Ventilator ueberm Bett in meinem bescheidenen Zimmer hoert sich an wie ein russisches Kampfflugzueg, so dass ich mich letzte Nacht zwischen Schwitzen oder gar kein Schlaf entscheiden musste.
Ansonsten ist alles bestens. Meine Gastfamilie inklusive englische Mitbewohnerin sind grossartig. Rum und laute Musik gabs auch schon. Was will man mehr?

Ich meld mich wieder!
Rina