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Sonntag, 10. Januar 2010

Weihnachten, Silvester und sonstiger Pi-Pa-Po

Hola an alle in der Ferne,

bin nun endlich oder besser gesagt leider wieder zurück in Quito und finde nun nach dem weihnachtlichen Geplengel und 2 Wochen Urlaub am Strand und am Fuße des derzeit brodelnden Vulkans die Zeit und Lust einen besonders lieben Gruß an euch zu senden und allen ein gesundes, zufriedenes und glückliches Jahr 2010 zu wünschen.
Ich hoffe ihr habt den Jahreswechsel alle gut überstanden und die meisten von euch, mussten im Gegensatz zu mir und einigen anderen Weitgereisten sicher mit weißer Landschaft anstatt mit Strand und Hitze Vorlieb nehmen. Tut mir Leid für euch =)

Aber beginnen wir doch bei Weihnachten!
Wie es sich für die südamerikanische Lebensweise gehört, gab es von der gtz gleich 2 Weihnachtsfeiern und die wurden kräftig ausgekostet. Es wurde viel getanzt, gelacht und getrunken. Man hatte teilweise nicht den Eindruck, dass man sich auf einem Arbeits-Zusammentreffen befindet, da wirklich ausgelassen gefeiert wurde. Aber umso schöner und witziger, wie ihr euch sicher vorstellen könnt. Wir haben sogar gewichtelt, also alles fast wie in good old Germany.
Das eigentliche Weihnachtsfest habe ich dann im Kreise meiner Quito-Familie verbracht. Wenn man hier von Familie spricht, muss man sich vorstellen, dass es sich meist um 15 und mehr Personen handelt. Wir haben bei der Mutter der Frau des einen Burders gefeiert. Es gab Weihnachts- und sonstige Musik, fettes Essen, Geschenke, einen Weihnachtsbaum, ja und sogar einen Weihnachtsmann. Man hätte es sich auch weitaus anders vorstellen können, aber so viel nimmt es sich dann doch alles nicht zum deutschen Fest. Über die vorweihnachtliche Zeit, war ich erstmal richtig von Heimweh (oder so etwas Ähnlichem) geplagt, aber das ist nun recht schnell wieder verflogen (da blieb im Urlaub auch gar keine Zeit für).
Hier könnt ihr euch noch einige Bilder von allen Weihnachtsfeiern anschauen:
http://www.facebook.com/album.php?aid=15221&id=1801666042&l=a97e75a8c5

Tja und dann am 28.12. ging es auch schon für knapp 2 Wochen in Urlaub. Zunächst bin ich mit der Familie ans Meer nach Salinas gefahren, da sie dort noch ein Haus haben und traditionsgemäß über Silvester an die Küste fahren. Am 30. haben wir uns dann alle in das 2 Stunden entferntePuerto Lopez begeben (in ein deutsch geführtes Hotel), um dort letztendlich auch Silvester zu verbringen. Egal wo wir uns befanden, war immer viel Abwechslung im Spiel, da wir jeden Tag an einen anderen Strand gefahren sind, um uns die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, im Sand zu buddeln (wir waren ja mit Kindern unterwegs) und im Wasser zu plantschen. Super schön, außer dass ich mir gleich am ersten Strandtag so dermaßen den Rücken verbrannt habe, dass ich 2 Tage nicht liegen oder mich anlehnen konnte, aber mein Gott, man befindet sich hier halt am Äquator, hätte man also vorher wissen können ;-)
Silvester selbst haben wir dann nach einem langen Strandtag in einem Naturreservat mit enormen Wellen ebenfalls am Strand verbracht. Gegen 22Uhr gab es ein Feuerwerkt (weiß gar nicht mehr, ob es 24Uhr nochmal eines gab - mhh???) und zum Jahreswechsel wurden dann viele Laternen/Lichterbalone in den Himmel geschickt und man ist ans Ufer gegangen und über 7 Wellen gesprungen (jede Welle steht für einen Tag der Woche, im Sinne von Hürden überspringen und Glück).
Am nächsten Tag sind wir auch schon wieder zurück nach Salinas gefahren und am 3. Januar kam dann eine Freundin aus Quito mit ihrer Freundin aus Dtl. und wir haben nach einem gemeinsamen Tag mit der Familie die Weiterreise angetreten. Zunächst sind wir die Küste weiter Richtung Norden nach Montanita, nochmal Puerto Lopez und Manta.
Montanita ist eigentlich nur ein Dorf, welches vor allem für VIEL fiesta und surfen bekannt ist. Und nichts anderes erwartet einen dort. Nur junge Menschen, der Großteil super-alternativ und alle voll krass druff. Irgendwie witzig und wir haben uns es nicht nehmen lassen, ebenfalls die Party bis 6Uhr morgens mitzumachen. Aber ehrlich gesagt, waren wir auch froh am nächsten Tag weiterzureisen, denn das kann auch anstrengend sein =)
In Puerto Lopez hat uns dann ein ruhiges Fischerörtchen erwartet, in dem jedoch leider der Strand etwas dreckig war und nicht ganz so sehr zum Baden einlied, aber dennoch schön, einfach zum Dasein.
Um irgendwie ins Landesinnere zu kommen, mussten wir in die nächst größere Stadt, also Manta, wo wir nochmal eine Nacht geschlafen haben, um von dort am nächsten Morgen 5Uhr nach Banos zu fahren. Gut dass wir so früh los sind, denn am Ende haben wir 14 Stunden im Bus zugebracht, da der Bus einen wahnsinns Umweg gefahren ist (wahrscheinlich weil die andere Straße derzeit zugeschüttet ist von einem Erdrutsch).
Endlich im wunderschönen Hostel direkt neben einem Wasserfall angekommen, erstmal lecker in einem schweizer Restaurant essen gegangen. Ich war auf Wolke 7. Ich glaube das war das erste Mal seit mittlerweile 5 Monaten, dass ich ansatzweise etwas Deutsches oder zumindest Europäisches zu mir genommen habe. Mhh war das lecker. jammi.
Witzigerweise kam am Abend (in der Nacht) auch noch ne andere Freundin aus Quito mit ner Freundin nach banos, um von dort ne Dschungel-Tour zu starten. Also ins gleiche Hostel einquartiert und nochmal auf Disko-Suche gegangen und natürlich auch fündig geworden, auch wenns völlig anders als in Quito war (viel kleiner und alle scheinbar total heiß drauf mit Weißen zu tanzen und vielleicht auch etwas notgeil, man weiß es nicht).
Am nächsten Tag hat jedoch volles Programm auf uns gewartet. Nach dem gemeinsamen Frühstück mit den anderen 2, haben wir uns Fahrräder gemietet und haben eine Tour entland von Wasserfällen gemacht. Super schön. Zwischendrin sind wir dann mal mit einer Art offener Seilbahn den Hang runter, um über eine Hängebrücke direkt an einen Wasserfall zu gelangen. Ja danach waren wir nass... Prinzipiell war die Fahrt recht unbeschwerlich, da es meist nur bergab ging, allerding auch mal durch Tunnel, ohne Licht und so wurde man gut auf Trab gehalten und hatte seinen Spaß. Anschließend haben wir uns dann alle 3 noch nen Quad gemietet und sind einen der umliegenden Berge hochgedüst. Das Dumme war, dass just in diesem Moment der Regen begann und wir von Minute zu Minute nasser wurden, aber das war uns dann auch erstmal egal. Also den Berg hoch (Banos liegt auf 1830m und wir sind auf um die 2500m (weiß net mehr so recht)) um von dort einen schönen Blick über Banos zu haben. Wollten dann eigentlich noch ein Stück weiter fahren, doch wurden wir von einem bösen Grummeln des direkt anschließenden Vulkans Tungurahua erschreckt, dass wir lieber direkt kehrt machten und den 'Heimweg' angetreten sind. Seit dem Jahreswechsel ist der Vulkan wieder zu Leben erweckt, und wir haben vorher noch überlegt, ob es so schlau ist dahin zu fahren, haben es uns dann aber doch nicht nehmen lassen. Der Tungurahua ist einer der aktivsten Vulkane in Südamerika und ist 2006 das letzte Mal groß ausgerbochen und 2008 etwas weniger dramatisch, wenn man das so sagen kann. Tja so nah werd ich mich wohl nicht so schnell nochmal an einem sprudelnden Vulkan befinden. Es war schon ein krasses Gefühl und ganz ehrlich, war ich in dem Moment um einige Köpfe kleiner. Wär es nicht so neblig gewesen, hätten wir ihn wohl auch spucken gesehen, aber ich glaub, dann hätten wir da auch nicht mehr ruhig sschlafen können. Soll wohl auch einige kleinere Erdbeben gegeben haben (alles laut geophyisischem Institut), aber davon haben wir nichts mitgekriegt... naja schon aufregend alles.
Die Bergabfahrt war dann allerdings auch eher weniger schnell möglich, da es mittlerweile in recht starken Regen übergegangen ist und die Bremsen der Quads eher zu wünschen übrig liesen. Mir ist am Ende sogar eine durchgebrannt, so dass man nicht wusste, was einem nun mehr Schrecken einjagt ;-) aber dann waren wir glücklicherweise auch schon unten angekommen.
Völlig durchgeweicht haben wir uns dann nur schnell dir Handtücher im Hostal geschnappt und sind in die direkt nebenan liegenden Vulkanthermen gegangen, um uns wieder aufzuwärmen und zu enspannen. Das Wasser war aber auch wirklich sauheiß, ich würde mal schätzen 45grad, aber es tat richtig gut.
Nach einem weiteren super leckeren Abendessen bei einem Franzosen sind wir dann auch recht müde vom Tag ins Bett gefallen und haben am nächsten Morgen auch schon den Rückweg nach Quito angetreten. Nun wartet morgen auf mich wieder die Arbeit, aber bin ja nun nach gut zweieinhalb Wochen Urlaub auch ganz gut erholt.
Hier noch ein ppar Fotos vom Urlaub:
http://www.facebook.com/album.php?aid=15289&id=1801666042&l=a81fa1be04

Liebe Grüße an euch

Sonntag, 13. Dezember 2009

sorry

Hey ihr lieben,

lange lange habt ihr nichts mehr von mir gehört, doch eigentlich hat dies nur zu bedeuten, dass es mir richtig gut geht hier. Ich bin so viel unterwegs, dass einfach keine Zeit bleibt, Blogeinträge zu verfassen und wenn man dann einmal im Verzug ist hat sich so viel angestaut, dass man gar nicht mehr weiß, wo man anfangen soll. Aber ich versuch es jetzt gar nicht großartig alles zu erzählen, was ich gemacht habe...denn dann würde ich gar nicht mehr fertig werden ;-)

Da ich in facebook einige Bilder reingestellt habe, kann man vielleicht daran ganz gut nachvollziehen, was ich so erlebt habe. Ich stelle dazu mal die Links rein, dann kann es jeder, auch die nicht in facebook sind, anschaun.

Ganz standardmäßig war ich natürlich mit Katharina an der Mitad del Mundo, also am Äquator:
http://www.facebook.com/album.php?aid=12302&id=1801666042&l=049b786393
Dort haben wir eine Führung gemacht und dann gibt es verschiedene Experimente, die beweisen sollen, dass man sich dort am wahren Äquator befindet, so beispielsweise die Richtung des Strudels, wie er aus einer Wanne läuft, oder aber, dass man ein Ei auf einem Nagel zum stehen bringen kann...

Außerdem hier gleich nochmal ein paar Eindrücke aus Quito, auch wenn einige Bilder davon auch schon hier drin sind:
http://www.facebook.com/album.php?aid=11171&id=1801666042&l=08ced64a5d

Dann war ich vor geraumer Zeit (natürlich mit Katharina: wie schön, dass man das alles gemeinsam erleben kann. Gesucht - gefunden!) in Guayaquil (die größte Stadt Ecuadors) und in Playas. Wir hatten 4 Tage frei und konnten demnach eine etwas weitere Reise unternehmen.
http://www.facebook.com/album.php?aid=12304&id=1801666042&l=fc32f7b8c1
Wir sind dann 9 Stunden mit dem Bus nach Guayaquil getuckert. Ich bin etwas hin und her gerissen ueber die Stadt. Zum einen ist es natürlich schön, weil es am Wasser gelegen ist, das gibt einer Stadt doch gleich ein ganz anderes Bild und die Strandpromenade ist auch wirklich sehr schön, aber sobald man etwas weiter ins Stadtinnere schaut gibt es viele dunkle Ecken, die einen eher unwohl fühlen lassen und es ist auch weitaus dreckiger als Quito. Vieles ist etwas offener gestaltet als in der Hauptstadt, ist schließlich auch eine Hafenstadt, doch gerade dies find ich häufig auch an Quito sympathisch, dass es viele kleinere Straßen gibt, weniger moderne Hochhäuser und es etwas kolonialen Charakter hat.
Sind dann von Guayaquil am naechsten Tag weiter nach Playas gefahren, was nur 2 Stunden weiter ist, da wir unbedingt noch richtig an den Ozean wollten und in den Wogen des Pazifiks plantschen wollten. Gesagt, getan! Es war total toll und wir haben die Zeit da sehr genossen.

Nun kommt zu den ganzen Geschichten die Caro hinzu, ebenfalls Praktikantin bei der gtz und wir sind ziemlich froh, dass wir uns die Zeit bei der gtz gemeinsam versüßen können, denn das passt echt gut. Wir albern natürlich viel rum, aber mein Gott so lebt man halt, kennt mich ja.

Sind dann zu dritt nach Otavallo gefahren:
http://www.facebook.com/album.php?aid=12850&id=1801666042&l=dd8a73ebcf
Dieses kleine Städtchen ist eigentlich für seinen wöchentlich Samstagsmarkt bekannt, wo man viele Kunsthandwerkliche Dinge, Kleidung und sonst was für typische Sachen kaufen kann. Wir haben ganze 6 Stunden auf dem Markt zugebracht und waren anschließend natürlich ziemlich kaputt, aber auch überwältigt oder überfordert von den Angeboten und Menschen.
Am Tag darauf wollten wir dann etwas die Naturnähe nutzen und sind zu einem Wasserfall gelaufen und anschließend noch zum Lago San Pablo, wenn ich mich recht entsinne, der größte See Ecuadors (???), aber so groß war er gar nicht. Haben uns da gut erholt und haben super lecker am Ufer des Sees Fisch und Meerestierchen gefuttert.

Ja und vor nicht gar so langer Zeit sind wir dann noch nach Mindo gefahren, das liegt auch nur etwa 2 Stunden in Quitos Norden.
Mindo selbst, ist nur ein Dorf, aber da fährt man hin, um mal das Großstadtfeeling abzulegen und etwas Schönes und vielleicht auch Verrücktes in purer Natur zu erleben.
http://www.facebook.com/album.php?aid=12679&id=1801666042&l=a74298109c
Tja begonnen hat die Reise gar nicht so gut, denn wir hatten nur Samstag und Sonntag und wollten natürlich Sa früh los. Also haben wir uns am Vormittag mit einem wahnsinns Kater (da wir bis 6Uhr feiern waren) zum Busterminal begeben und mussten dann dort erfahren, dass der naechste Bus erst um 4 fährt. Also mussten wir uns ueber 4 Stunden die Zeit vertreiben, da wir dennoch unbedingt raus wollten. Endlich in Mindo angekommen, haben wir uns auf die Suche unserer auserwählten Unterkunft gemacht. Supergeil. Ein Holzhaus, halb offen, halb zu, mitten in der Natur. Ich sag mal: krasse Geräuschkulisse. Da wo sich eigentlich Fenster aus Glas befinden, waren Fenster aus Luft und überhaupt waren viele Bereiche offen, so dass man sich fast gefühlt hat, als wär man mitten im Dschungel. War ja auch fast so, nur dass man ein festes Bett unter sich hatte und selbstverständlich ein Moskitonetz, zum Schutz vor den ganzen Tierchen.
Beim Abendessen haben wir dann die Kathrin kennengelernt. Eine Schweizerin, die sich allerdings gesterns zunächst einmal für nen Monat zum Reisen in Ecuador verabschiedet hat und dann auch nur nochmal kurz nach Quito kommt, da sie dann in der Selva arbeiten wird. Mit ihr haben wir dann den Abend und auch den nächsten Tag verbracht und mittlerweile auch viel Zeit in Quito.
Unser Sonntag war dann echt ein Erlebnis. Wir sind ein Stückchen in die Natur gefahren - unser Ziel war ein Hochseilgarten, canoping genannt. Dort angekommen, war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich das machen wollte, aber natürlich war der Reiz viel größer und heute würde ich mich wahnsinnig ärgern, wenn ich es nicht gemacht hätte. Das Ding war halt, wir hatten diese Aktion bereits in Mindo gebucht hatten und natürlich auch gleich die große Route, das heißt wenn man einmal runter ist, musste man noch weitere 10mal durch =) aber kein Problem für uns, auch wenn ich glaube lange nicht mehr so viel Adrenalin in meinem Körper verspürt habe und mir manchmal dachte, was mache ich hier eigentlich. Aber geil wars!!! Nur an einem dünnen Seil, etwa 80m über den Erdboden und Baumkronen des Dschungels...das ist schon krass. Man konnte dann auch so witzige Sache wie Superman machen, aber das könnt ihr alles auf den Fotos sehen.
Eiegntlich wollten wir danach noch so eine Art rafting machen, doch dazu reichte dann leider die zeit nicht mehr, weil wir natürlich zum Arbeiten zurück nach Quito mussten. Folglich haben wir uns nur noch einen Orchideengarten angeschaut und ganz viele Schmetterlinge und Kolibris, was aber auch schön war und sicher war das Adrenalin auch genug für den Tag.

Ja das waren größtenteils die Reisen. War auch nochmal kurz mit meinem Chef in Esmeraldas, was ganz im Norden ist. Haben allerdings in Atacames übernachtet, was ein Urlaubsdomizil für viele Ecuadorianer ist und demnach geht da auch die Post ab. Waren dann abends noch in der Stranpromenade, haben der Musik gelauscht und einige Bier getrunken....so viel zum Verhältnis zum Chef ;-)

Naja nun muss ich auch schon wieder los. Die guten Freizeitverpflichtungen. Mir gehts auf jeden Fall Bestens, ich erlebe viel, ich hab viel Spaß und ich bin von vielen netten Menschen umgeben, also alles so wie man es sich wünscht.

Ich drück euch alle ganz feste und denk oft an euch, auch wenn ich mich nicht häufig melde.
Besitos, Katrin

Montag, 9. November 2009

Tena, Amazonía/Regenwaldgebiet

Und weils so schön ist, hier gleich noch ein Eintrag. Und zwar hab ich doch erwähnt, dass ich Zuge meiner Arbeit auch etwas im Land umher reisen darf. Und so kam es auch, dass ich den Regenwald kennenlernen durfte.



Ich habe ja einen Fragebogen zum Thema gender entwicklet und untersuche nun in den Organisationen mit denen die gtz zusammenarbeitet die Situation bzw. das Verhältnis von und zwischen Männern und Frauen. Dafür reise ich dann teilweise persönlich zu den Organisationen, zumindest bei denen, wo es wichtig ist und wo es sich rein logistisch machen lässt.



In Folge dessen war ich nun mittlerweile 2 mal in Tena, das ist ein kleines Städtchen umgeben von Natur pur. Da gibt es ein Naturreservat, welches sich Sumaco, nach dem darin befindlichen Vulkan, schimpft. das ganze Gebiet dort nennt sich Selva oder auch Amazonía, das heißt es ist Regenwaldgebiet, auch wenn es dort wo ich war, nicht die typischen Urwaldriesen gab, aber ich muss auch ehrlich sagen, ich war so schon beeindruckt genug. Wahrscheinlich wär ich sonst aus dem Staunen gar nicht mehr raus gekommen =)



Wie ihr sehen könnt habe ich mich gleich etwas angepasst an das Dschungel-Dasein ;-)

Wir haben dann dort einige Finkas und Plantagen besucht und es war beim ersten Mal mein Glück, dass ich auch bei der Arbeit der anderen mitdurfte, da es auch voll interessant war.



Ansonsten fahre ich vorwiegend durch die Regionen zu den Organisationen, mach dort meinen Fragebogen und fahr weiter. Aber beim ersten Mal durfte ich richtig mit ins 'Feld' und fands ziemlich witzig.





Als schönen Feierabend sind wir dann zu einem Fluss gefahren und die Männer haben auch gebaded. Voll schön da, zumindest wenn man den Mückenalarm ausblendet.



Und die Katrin freut sich...



Zum Abschluss nochmal ein Bild von einem ganz niedlichem Mädchen, welches die Tochter eines Pilzzüchters war, und mit den 6 kleinen Hundebabies auf der Finka gespielt und geschmust hat.



Mit ihnen durften wir letztendlich etwas mehr Zeit verbringen, da wir kurz nach der Abreise von ihnen in Richtung Quito eine Panne hatten und zunächst auf ein neues Auto für uns warten mussten. Geil waren auch die verschiedensten Strategien der Reparatur. Und zwar hatten wir aufgrund der sehr unebenen und teilweise großsteinigen Pisten auf denen wir langratterten zwei Löcher in irgendwelchen Schläuchen im Motorraum, unter anderem der Kühlflüssigkeit. Die Versuche gingen vom einfachen Wasser nachschütten, über 2 Eier hinzu geben bis hin zu Seife und Banane (bin mir gar nicht sicher, ob sie die dann wirklich rein gegeben haben). Ich fand es äußerst amüsant und hab mir die ganze Geschichte bei lecker Schokolade aus der Region betrachtet. Zum Glück waren wir noch nicht weit von Tena, so dass wir relativ flott, das Auto mit der gtz-Stelle in Tena tauschen konnten und sie dann das Problem an der Backe hatten =)

Übermorgen, also Mittwoch geht es für mich wieder auf 2-tägige Dienstreise, allerdings diesmal nach Ambato. Das ist etwa 3-4 Stunden südlich von Quito, ebenfalls in den Anden. Diesmal habe ich jedoch nicht das Glück mit anderen und Chauffeur mitzufahren, sondern muss mich selber organisieren, aber das schaff ich sicher auch noch...bin ja schon groß =)

Centro historico und Panecillo, das Wahrzeichen Quitos

Hallo ihr Lieben,

mensch ich muss euch doch mal wieder etwas an meinem Leben teilhaben lassen, aber irgendwie holt mich ständig der Freizeitstress ein, unglaublich.
Also ich kann nur sagen, ich genieße meine Zeit hier in vollen Zügen. Neben dem Arbeiten versuche ich die Wochenenden bestens zu nutzen um Quito und Ecuador kennenzulernen, weil nach der Arbeit meist keine Zeit dafür bleibt, sondern immer lautstark ein Bier nach mir ruft und ich viele Abende gesellig mit Katharina, ebenfalls Deutsche, die ich im Ministerium für die Visageschichten kennengelernt habe, verbringe.

So habe ich mittlerweile auf jeden Fall einiges hier kennenlernen können und möchte mal einige Eindrücke vorbeischicken. Hier kommt das Kapitel der historischen Altstadt und des Panecillos, den Hauptattraktionen Quitos, wofür es auch bekannt ist, auch wenn es natürlich noch Millionen Dinge weiterhin zu sehen gibt, aber das könnt ihr euch ja sicher denken.

Hier Plaza de Independencia mit dem Palacio de gobierno (Regierungspalast)


Es reihen sich viele Kirchen und Plätze aneinander und ich muss ehrlich zugeben, ich kann mich gar nicht mehr an die Namen erinnern und bin auch grad zu faul nachzuschaun =)


Der Blick auf den Panecillo (übersetzt: das Brötchen, hehe) mit der Virgen (Jungfrau)


Die Calle de la Ronda, da gibts ganz niedliche Kunsthandwerkgeschäfte und Kneipen


Quito ist wie vielleicht einige wissen und hab ich sicher auch schon erwähnt ziemlich bergig, was hier sicher ganz gut zur Geltung kommt. Dadurch gibt es auch viele kleiner Straßen und Gassen, was das Stadtbild finde ich echt schön erscheinen lässt.


Letztendlich waren wir dann natürlich auch auf dem Panecillo und haben den Blick über Quito genossen. Die Stadt ist wirklich unglaublich groß, auch wenn einem das vielleicht gar nicht so vorkommt, sicher auch weil es so schmal ist und man gar nie bis ganz in den Süden oder Norden kommt.



Auf dem Hügel konnte man dann natürlich die Virgen nocheinmal von ganz nah betrachten. Ob sie wirklich so unschuldig ist, wie sie scheint und ihr Name behauptet?


Hier mal ein Bild von Katharina und Jungfrau


Den Abend haben wir dann im Restaurant Vista hermosa (also schöner Blick) ausklingen lassen. Bei Dämmerung kam der Panecillo noch einmal besonders schön zur Geltung und es war ganz famos.



Mittwoch, 14. Oktober 2009

Die Arbeit bei der gtz

Ja was soll ich sagen: ich arbeite jetzt hier bei der gtz (Gesellschaft fuer technische Zusammenarbeit). Ich will nicht gerade sagen, dass ich mich langweile, aber ueber zu viel Arbeit kann ich mich auch nicht beschweren. Ist schon alles etwas entspannt hier und ich sag mir immer: wir sind in Lateinamerika. Aber vielleicht muss ich mich auch erst einmal richtig einarbeiten und dann kommen Zeiten, wo ich viel zu tun haben werde.

Ich hab hier aber glaube ziemlich Glück in meiner Abteilung. Wir sitzten im 8. Stock des Agrarministeriums und haben demnach einen geilen Blick über die Stadt. Schon mal schön. Die Mitarbeiter scheinen bisher alle nett und auch mit meinen Chef komm ich gut klar. Er ist Ecuadorianer und sehr sympathisch. Die restlichen 10 hier im Büro setzen sich neben Ecuador aus verschiedenen Nationen zusammen: Argentinien, Paraguay und natürlich auch Deutschland. In Etage 4 ist ebenfalls die gtz angesiedelt mit weiteren 10 Mitarbeitern und so wandert man immer bisschen umher.
Ich muss zu meiner Schande auch zugeben, dass hier relativ viel ueber deutsch funktioniert, denn gibt es nicht nur einige Deutsche, sondern koennen auch Einige deutsch und freuen sich, wenn sie es praktizieren koennen. Ausserdem sitzte ich hier mit einem weiteren Praktikanten, der Julian, ebenfalls aus Deutschland und wir reden natuerlich viel miteinander und wie ihr euch denken koennt nicht auf Spanisch =) Aber naja so lange mein Spanisch nicht schlechter wird, mag das ja alles gehen und mit den Kollegen mit denen ich wirklich zusammenarbeiten muss, gehts auch nur auf Spanisch, weil sie kein Deutsch sprechen, was aber auch echt gut ist. Also wirklich ganz cool hier alles.

Derzeit bereite ich mich auf meine baldigen Arbeitsreisen vor. Ich arbeite im Thema Gender, also die Beziehungen zwischen Mann und Frau. Hier geht es natuerlich vorwirgend um die Stärkung der Frau und um die indigenen Völker. Die gtz arbeitet mit verschiedenen Organisationen zusammen und meine Aufgabe wird es sein, die Situation in den Organisationen ausfindig zu machen, natuerlich immer in Hinblick auf die Stellung der Frau. So nach und nach aendert sich die Situation, aber es bedarf natuerlich einer Menge Zeit und Unterstützung. Wir suchen letztendlich Instrumente fuer mehr Möglichkeiten von Frauen in Führungspositionen. Dafuer habe ich einen Fragebogen erstellt und bin noch auf der Suche (über diverse Rücksprachen), welche Organisationen es ueberhaupt aktuell gibt, das ist ja schon einmal die erste Herausforderung. Übernächste Woche geht es dann das erste Mal auf Reise; wohl so 3 Tage. Da zum Glück noch mit meinem Chef zusammen, denn danach muss ich da alleine durch. Wir arbeiten in 4 Regionen und in jeder werde ich wohl so eine Woche verbringen koennen. Das ist natuerlich schon geil, wenn man ueber seine Arbeit, gleich noch etwas das Land kennenlernen kann. Ich bin gespannt.

Familienleben in Quito

Ein lautes hola aus Quito:


nachdem ich nun auch schon eineinhalb Wochen hier in dieser etwas geordneteren Hauptstadt bin, moechte ich meine Arbeitszeit mal sinnvoll nutzen =) und euch auf dem laufenden halten. Ausserdem kaempf ich ja mit Seb um den Rang der meisten Eintraege...

Ich wohne ja hier in Quito bei einer Familie. Familie heisst hauptsächlich mit einem Ehepaar, Esmeralda und Bolivar, und des weiteren gibt es eine Hausfrau mit Sohn und Enkel sowie eine alte Frau, die nicht zur Familie gehoert, aber irgendwie da mit wohnt, also doch Familie ist.
Die Lebensart hier ist schon etwas anders und ziemlich ungewohnt fuer mich. Ich tu mich etwas schwer damit, dass es eine Hausfrau gibt, die wirklich alles macht und einem auch alles hinterhertraegt. Sie sagt auch SIE zu mir, das muss man sich mal vorstellen. Das geht gar nicht. Jetzt habe ich ihr schon einmal gesagt, dass sie bitte du zu mir sagen soll, aber irgendwie macht sie das nicht. Ich habe immer das Gefühl sie unterwirft sich so ein bisschen, vielleicht ist das gar nicht so, aber ich war richtig froh, als wir uns vorgestern mal richtig schoen unterhalten haben, und sie nicht nur gefragt hat, ob ich noch etwas trinken will, sie mein Essen auf den Teller geschippt hat und immer nach dem rechten schaut und dann den Tisch wieder abraeumt. Wenn sie mal nicht da ist, dann darf ich sogar mal meinen Teller selber spuelen, so ganz unbemerkt. Das man sich darueber mal freut, schon auch komisch wa, und vor allem aus meinem Mund =)
Sie putzt nauerlich auch das Haus und raumt taeglich mein Zimmer auf und macht mein Bett. Wat soll das?, dacht ich mir am ersten Tag. Also Unordnung kommt da nicht auf. Naja das ist hier halt so.

Zu dem kleinen Gabriel (5Jahre) hab ich nach anfaenglicher Ruhe auch etwas Zugang gefunden. Das freut mich, denn er war immer etwas eingeschuechtert und redet auch nicht viel. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass es schwierig ist mit unserer Sprache...er als Kind redet undeutlich und mein Spanisch ist sicher fuer ihn auch eine Katastrophe. Aber jetzt bin ich seine Freundin und wir albern manchmal etwas rum. Ich verzieh den Kleinen sicher noch total, denn sonst laeuft ja in dem Haus alles nach rechten Dingen =) aber wir sehen uns ja nicht so viel, da ich ja auch erst wenn es fast dunkel ist nach Hause komme.
Ja und mit der Oma kann man eigentlich nicht viel machen, da sie weder richtig redet noch hoert. Ich weiss nicht was sie hat und weiss irgendwie auch nicht warum sie da ist, aber das weiss irgendwie keiner. Vielleicht sollte ich mal die Bachita, also die Hausfrau fragen. Demnach ist sie manchmal wie ein kleiner Hausgeist und sie versucht mir auch haeufiger etwas zu verstehen zu geben, was ich aber einfach nicht verstehen kann. Auch sie versteht mich eher nicht, aber manchmal freut sie sich einfach wenn wir uns angrinsen und winken. Das ist doch auch schoen.

So und zu den sogenannten Eltern hier: Esmeralda ist wirklich eine richtige Muddi =) und total lieb zu mir. Sie ist immer aeusserst besorgt und ich hab zu Beginn gleich mal die Notbremse gezogen und ihr zu verstehen gegeben, dass ich schon gross bin. Sie haben 3 Soehne, von 29, 30 und 31 Jahren. Der Mittlere lebt in Brasilien mit Frau und Kind und kommt uns dann 2 Monate (Mitte Dezember bis Februar oder so) besuchen. Die anderen 2 leben in Quito und Gabriel (ja er heisst genauso wie der Kleine, leichter fuer mich) ist auch ziemlich haeufig da. Wir kommen auch ganz gut klar, wenn auch eher etwas oberflaechig.
Der Vater Bolivar (er heisst wie der andere Sohn in Quito=) ) mhh mit ihm hab ich eigentlich nicht viel zu tun. Er arbeitet viel (hat eine eigene Firma) und ist auch eher ein Geschaeftsmann oder irgendwie. Ist halt der Mann im Haus und so fuehlt er sich auch. Hier nennt man das ganze machismo, aber da haben wir es wieder, ich arbeite ja genau in dieser Gender-Problematik. Aber er erzaehlt manchmal ganz lustige Sachen und Geschichten, das ist natuerlich ganz witzig, auch wenn er irgendwie ne komische Redensweise hat und ich mich frage, ob er nur so redet wenn ich da bin...wer weiss.
Mutti Esmeralda ist natuerlich zuhaus und huetet neben Hausfrau den Herd oder so, obwohl nein sie kocht ja nicht. Ich weiss nicht was sie den ganzen Tag macht, aber ist glaube ganz gut beschaeftig mit erzaehlen, Freunden treffen, einkaufen und vor allem Joga, Pilates, Reki und Massage.
Sie unternehmen glaube auch recht viel und gehen haeufig ins Kino oder zu irgendwelchen kulturellen Veranstalltungen, das ist ziemlich cool. Da hab ich nauerlich auch immer die Moeglichkeit mitzukommen.

So das war mal ein Rundumriss von meiner Familie. Hier mal noch ein Bild von einer Familienfeier. Der Herr ganz hinten ist der Papa und die Frau in hell gekleidet mit dunklen Haaren die mama. Der andere Herr ist der Bruder der Mama, ebenfalls äußerst nett und die andere Frau ist die Mutter von der Frau des Sohnes. Eine sehr lustige Person =)



Ach und dann leben wir noch mit 2, ab und zu auch mal 3 Hunden und 2 Katzen zusammen. Die duerfen ja auch nicht vergessen werden.
Nun wisst ihr also bescheid...

Dienstag, 6. Oktober 2009

Huacachina y Paracas



Meine 3-Tages-Reise kurz vor dem byebye nach Ecuador führte mich in den Süden von Lima nach Pisco, Paracas sowie Ica und Huacachina.

Der Versuch des frühen Aufstehen, um auch früh auf Reise zu gehen war vorhanden, doch waren meinen Sachen noch nicht gepackt und dann traf ich auch die Mädels am Morgen nochmal...wie Mädels halt so sind...bla und blubb und da und dort.
Naja Mittags hab auch ich es dann geschafft mich loszureißen und auf gings 3,5 Stunden mit dem Bus Richtung Pisco. Das eigentlich Ziel war jedoch nicht diese vom Erdbeben im August 2007 zerstörte Stadt (man glaubt es kaum, aber man hat das Gefühl, es hat sich seitdem fast gar nichts getan), sondern die Halbinsel Paracas und die Islas Ballestas.
In Pisco habe ich mich nur etwa eine Stunde aufgehalten, denn es war einfach nicht schön. Alle Gebäude zerstört, Straßen gab es auch nicht, es war verdammt dreckig, logisch wenn es nur Pisten gibt und der Markt hat mich auch eher an syrische Verhältnisse erinnert.
Also auf ins kleine Örtchen Nahe des Reservates von Paracas. Hier hatte sich bereits viel getan und die Strandpromenade erschien ziemlich touristisch, aber schön. Von dem Hafen hier sollte meine Tour am nächsten Morgen beginnen, denn die Schnellboote zu den Islas Ballestas starten nur in aller Früh, da da das Meer noch ruhig ist.
Etwa 40Mann an Bord und auf gings. Und was der Name Schnellboot schon verspricht, hat es auch gehalten. Geilo, und 3-Wetter-Taft hat gehalten =)



Neben mir hatte ich einen netten Australier und da er kaum Spanisch gesprochen hatte (auch wenn er in Peru eine Bar eröffnen wollte) musste ich erneut feststellen wie sehr mein bereits schlechtes Englisch unter dem vielen Spanischen zu leiden hatte. Es war fast etwas witzig unser Mix, aber wir haben uns verstanden. 'Spenglisch', oder wie nennt man das dann?

Die 2 stündige Bootstour führte letztendlich zu den Islas Ballestas, welche auch als die kleinen Galapagos-Inseln bezeichnet werden, da sie sich durch eine große Artenvielfalt auszeichnen und hier einer der nur 3 existierenden Orte mit den Humboldt-Pinguinen ist.
Wir haben Flamencos, Pelikane, Pinguine, Seelöwen und einige Delphine gesehen und natürlich zuhauf Vögel, die ich nicht beim Namen nennen kann. Schon geil. Teilweise hat man vor Tieren gar nicht mehr den Fels oder Sand darunter erahnen können.



Außerdem sind wir an dem folgenden Gebilde vorbeigekommen. Es nennt sich candelabro, also Kerzenleuchter, wie sich unschwer erahnen lässt. Diese Formation in den Dünen ist etwa 75m groß und einen knappen Meter tief.



Man fragt sich nun wie dies zustande gekommen ist, ähnlich wie bei den Linien von Nazca, welche sich unweit befinden. Maria Reiche, eine Deutsche, beschäftigte sich mit der Enstehung die scheinbar wie von Menschenhand konstruierten Gebilde. Es sind Geoglyphen, also Felszeichnungen aus was weiß ich für einer Zeit heute mit Sand überhäuft, welche sich seitdem nicht verändert haben, bzw. nur minimal und erstaunlicherweise nicht der Erosion verfallen sind. Hier bei diesem candelabro erklärt man sich das Bestehen durch Druckunterschiede (enstehende Winde durch Warmluft in Bodennähe, v.a. innerhalb der Foramtion, die dann immer wieder die Sandpartikelchen mit sich reißen), naja oder so ähnlich. Bei den Linien von Nazca ist es etwas anders (wer will kann sich ja unter Maria Reiche belesen) und die Formen sind auch etwas kleiner, ich hab sie jedoch nicht gesehen, da dafür keine Zeit blieb.

Hier in der Nähe der Fischer, natürlich traditionielle Einnahmequelle, sind dann die Delphine mit uns geschwommen =) chévere


Nach der Bootstour habe ich gleich noch eine Rundfahrt durch das Naturreservat Paracas gemacht. Diesmal ohne Natur im Sinne von Pflanzen, sondern eher Wüste und das Weiter nichts.



Apropos Wüste. Mehr davon gabs dann direkt im Anschluss in Huacachina, nur eine Stunde weiter von Pisco. Dies ist eine Mini-Oase, ja wahrscheinlich sind sie immer klein, inmitten von den höchsten Dünen Perus.



Nachdem ich meine sieben Sachen im Hostal abgestellt habe, habe ich mich direkt auf den doch etwas beschwerlicheren Weg in Richtung Dünengipfel gemacht, um letztendlich den Sonnenuntergang noch mitzuerleben.



So hoch sah das Ding gar nicht aus, aber der Schein trügte, zumal man in diesem feinen Sand und bei der Neigung auch gleich mal den dreifachen Weg zurücklegen durfte. Irgendwann bin auch ich oben angekommen, auch wenn es letztendlich keinen richtigen Sonnenuntergang gab, aber es war dennoch schön und vor allem sehr sandig danach in jeden kleinen Ritzen und Kanten.



Am nächsten Tag stand dann mal wieder etwas verrückte Action auf dem Plan. Eine Tour mit nem Buggy durch die Wüste und Sandbording. Verdammt witzig, sag ich euch. Die Buggies gehen gut ab und so groß sie doch sind, mit der gewissen Geschwindigkeit schwebt man förmlich über die Dünen. Zu Beginn dacht ich mir, der Fahrer ist verrückt, wir überschlagen uns doch jeden Moment, aber er kennt die Wüste wie seine Westentasche und es ist einfach nur geil, weil die Dinger natürlich auch extra dafür geschaffen sind und es einem fast die Sonnenbrille von der Nase geweht hat.





Letztendlich gab es einige Stops, wo man dann sandbording machen konnte. Ich sage einige Stops, weil man natürlich an jeder Düne nur einmal runter ist, da es viel zu anstrengend und zeitraubend gewesen wäre, diese wieder hochzustapfen und so wurden wir vom Gefährt unten wieder eingesammelt.
Sandbording ähnelt im Prinzip Snowbording, doch in den meisten Fällen steigt man ziemlich schnell um, und rast auf dem Bauch runter, weil es rasanter ist und großen Adrenalinschub bedeutet.



Großer Gaudi, sag ich nur, aber das könnt ihr euch sicher gut vorstellen =)

Naja und dann bedeutete es eigentlich auch schon Heimreise antreten, da am nächsten Tag der Quito-Bus wartete und in Lima noch nichts gepackt war...

Lomas de Lachay

Himbeldibimbum,

da isse wieder. Ja mensch so viel erlebt in letzter Zeit und einfach nicht dazu gekommen euch auf dem laufenden zu halten. Ich beginne jetzt einfach nicht mit dem Neuesten, sondern mit meinen letzten Tagen in Lima und Peru.

Meinen Sprachkurs habe ich gut abschließen können, auch wenn eigentlich nach der Hälfte nicht mehr viel dazu gekommen ist und mein Abschlusstest eigentlich genauso ausgefallen ist, wie der Zwischentest. Aber ok, es waren ja andere Fragen, ne =) Ich habe immerhin bestanden und mehr war nicht nötig und ich fühle mich mittlerweile ganz gut mit meinem Holper-Spanisch, auch wenn ich an einigen Tagen sicher anders davon rede, aber das passt schon.

Nach dem Sprachkurs hatte ich nur noch gut 5 Tage in Peru, bis der Bus am Donnerstag 17Uhr in Richtung Quito aufbrach. Die Frage war also: wie in möglichst wenig Zeit, noch möglichst viel erleben? Große Herausforderung war ja auch, sich von allen zu verabschieden bzw. nocheinmal Zeit mit den amigos zu verbringen. So viel waren es nun auch nicht, aber nach 7 Wochen hat man doch auch die ein oder andere Person ins Herz geschlossen.
Viel Zeit habe ich natürlich mit den Belgas aus dem Haus verbracht. Ein Teil der Mädels war bereits am Wochenende auf Reise und der andere Teil fuhr etwas später, so dass wir den Sonntag noch etwas schönes unternehmen konnten. Auf Rat von Cosy, der guten Seele des Hauses, sind wir ins Naturreservat Lomas de Lachay gefahren, etwa 2,5 Stunden nördlich von Lima.
Der Bus lies uns an folgender Stelle raus, direkt an der Panamericana und dann wartete ein kleiner Fußmarsch auf uns, denn dies sah noch nicht aus wie ein Naturreservat mit viel Grün- und Tiervielfalt.



Also folgten wir dem einzigen Schild, welches es gab und schon nach etwa 20 Minuten Fußmarsch waren erste Pflänzchen am Boden zu finden, welche zunehmend mehr wurden. Und dann hatten wir großes Glück. Etwa auf der Hälfte der Strecke zum Reservat hielt ein Auto und bot uns seine Ladefläche an, damit wir nicht den ganzen Weg laufen mussten, denn schließlich wartete ja auch im Reservat an sich ein Rundgang von etwa 2 Stunden auf uns. Die Ladefläche füllte sich letztendlich nicht nur mit uns, sondern luden wir weitere 'Wanderer' auf der Strecke auf, bis wir voll waren. Witzig.
Angekommen bot sich uns hinter dem wahnsinnig dichten Nebel die Natur persönlich und natürlich ein großer Schwapp Frischluft, die man, wie ihr nun langsam wisst, so manchmal in Lima vermisst hat.



Das Wetter war nicht das Beste, doch hofften wir natürlich auf Besserung im laufe des Tages, aber leider hatten wir kein Glück, wie ihr auf den Bildern erahnen könnt. Aber egal. Wir haben die Zeit dort genossen, auch wenn wir keinen Kolibri im grauen Nichts sehen konnten. Es war einfach trotzdem schön und es war schließlich auch der letzte gemeinsame Tag.




Die 3 verrückten Hühner mit denen ich da war

Am Abend haben wir dann noch gemeinsam gekocht und letztendlich wurde ich mit einer geilen Schoko-Sahne-Torte mit der Aufschrift 'Buen viaje' (Gute Reise) überrascht und einem Kärtchen mit netten Grüßen von allen.
Das beschreibt es sicher ganz gut und ich kann nur sagen, dass ich eine wirklich tolle Zeit in Lima hatte, die ich prinzipiell auch gern noch etwas ausgebaut hätte, aber man soll ja gehen, wenns am schönsten ist ne =)

Samstag, 26. September 2009

Callao

Hey...
meine letzte Woche und ich weiß vor lauter Schreck gar nicht was ich noch alles machen will. Aber bloß kein Stress aufkommen lassen ne.
Ich bin schon fast etwas wehleidig zu gehen. 6 bzw. fast 7 Wochen in Peru sind schon ne Menge Zeit, auch um mit den Menschen etwas wärmer zu werden, ihr versteht sicher.

Naja zunächst mal zu der vergangenen Woche bzw. dem vergangenen Wochenende. Es war ein relativ hartes Feierwochenende. Bereits am Donnerstag waren wir auf einer großen party bis 5uhr. Natürlich wie immer mit viel Alkohol. Letztendlich musst ich eigentlich 6uhr aufstehen, um zu meinem Sprachkurs zu kommen, und woll mich eigentlich gar nicht noch einmal hinlegen, hab es aber letztendlich doch gemacht, da ich auch nichts besseres mit mir anzufangen wusste in der Zeit. Hätt ichs mal lieber sein lassen. Denn natürlich bin ich nach einer Stunde nicht aufgestanden und wurde letztendlich durch einen Anruf meiner Uni gewecks...Katrin, wo bist du? Tja ist halt schlecht, wenn man Einzelunterricht hat ne. Aber ich hab meinem prof einfach erzählt, dass ich ein problem mit meinem Wecker hatte und nicht weiß, wie es passieren konnte =) war ja auch irgendwie so, denn gehört hab ich ihn nicht. Ich hoff natürlich er hat nicht zu sehr meinen Kneipengeruch aufgenommen, huch. letztendlich war ich also 3 Stunden zu spät und hatte nur noch eine Stunde Sprachkurs, dafür dass ich fast 3 Stunden Bus fahren musste...schlau.
Am Samstag war dann der Abschied des Deutschen hier aus dem Haus. Wir waren zunächst bei Freunden und haben 'etwas' vorgetrunken. Als dann alles alle war gegen 2uhr, haben wir uns auf den Weg ins Zentrum gemacht in den Mirador. Wie der Name sagt, man befindet sich in dieser Disko über den Dächern der Innenstadt Limas und hat einen super Blick. Bereits die Taxi-Fahrt war es wert...zu 6. mit Fahrer...so dass an der einen seite zum Fenster die Füße rausschauten...witziges Bild. Nur blöd, dass hinter uns eine Polizeistreife fuhr, die uns dann schließlich auch anhielt. Allerdings nur die Papiere des Fahrers wollte, der dann natürlich zu allem Glück, keinen gültigen Führerschein hatte. Haha. Also alle raus aus dem Auto und nächstes Taxi gesucht. Party war dann sehr gelungen und ging mal wieder bis 7, also hellichter Tag.
EIn bisschen Schlaf musste sein, doch prinzipiell war der Plan für Sonntag nach Callao zu fahren und dort den Hafen bzw. das Meer in schöner Umgebung zu genießen.
Relativ spät haben wir uns auf den Weg gemacht, klar, und schon nach einer dreiviertel Stunde Busfahrt war mein Magen nicht gut zu sprechen. Letztendlich entschieden wir uns noch für eine Mini-Schipperfahrt. Ich hätte wissen sollen, dass das keine gute Idee war. Aber es war so schön da und eigentlich macht man da auch einen kleinen Bootsausflug. Also wir auch. Der Preis: Fischfutter. Ab über die Reeling mit dem Mageninhalt. Naja mehr Einzelheiten an dieser Stelle nicht. Danach war es um mich jedoch etwas besser bestellt und so konnte ich sogar eines der leckeren Fischgerichte verspeisen. jammi.
Hier mal ein paar Fotos von unserem Mini-Trip:

Perikane, Seesterne und Krebsarten haben wir sehr viele gesehen.

Unser Bootsführer

War auf jeden Fall super schön da, auch wenn die Rahmenbedingungen eher bescheiden waren, aber das war ja mein Problem. Aber die Fotos lassen sicher ahnen, dass es ein angenehmer Tagesauflug war.

Naja ansonsten habe ich jetzt die letzte Uni-Woche hinter mir. Die Woche war noch einmal richtig gut und im Gegensatz zu vielen Tagen davor, hatte ich Lust und wir konnten gut arbeiten, auch wenn mein Endexamen im Ergebnis nicht besser war als das zur Halbzeit, aber darauf kommts ja nicht an. Fühl mich mittlerweile ganz gut mit meinem Spanisch. Gestern war mein Abschied und es war ja fast ein Fest. Es wurden noch einmal massig Fotos mit mir geschossen. Angeblich ist das immer so, aber ich glaube ja fast nur bei gringas und nicht bei jeden beliebigen Sprachkurs. Naja, dann hab ich noch Pachamanca verspeisen dürfen, weil auch gestern zufällig der Geburtstag der Uni war und es ein reinsten Fest gab. War ein Geschenk des Direktors und dann noch ein goldenener Anstecker der Uni. Welch schönes Andenken ;-)

Na gut das erst einmal wieder von mir. Nur noch 4 Tage in Peru...
hasta pronto, katrin

Dienstag, 15. September 2009

Huancayo

Leider schon zurück aus Huancayo, denn es war wunderbar.
Nicht das sowieso alles ein bisschen Urlaub hier ist, aber das war Urlaub vom Urlaub. Unglaublich schön und eigentlich wie in einem Film. Habe noch nie so etwas erlebt und irgendwie erschien alles etwas surreal.



Die Reise begann Donnerstag Nacht. 7 Stunden Bus fahren, neben uns eine Frau die aufgrund der Serpentinen in den Bergen tierische Probleme mit dem Magen hatte und klägliche Versuche, etwas Nachruhe zu finden. Aber alles halb so wild.
Früh 6 Uhr in Huancayo angekommen, zunächst ins Hostal, wo wir uns 3 Stunden Schlaf gegönnt haben, damit dann die Erkundungstour starten konnte. Ich denke es war gut, dass unsere Reise ziemlich ruhig begann, denn in den Höhen von gut 3300m, muss man sich auch erstmal an den Sauerstoffmangel gewöhnen, doch wir haben das alle gut vertragen und konnten ohne Probleme loswatscheln.
Nach einer kleinen Erkundungstour der Stadt und dem leckeren Stärkungssaft, den ihr hier sehen könnt, haben wir uns auf den Weg in ein nahegelegenes Dorf gemacht.



In der Sierra, also den Anden, gibt es etwa jede Woche eine große fiesta anlässig der verschiedensten Patrone. Und genau ein solches Fest war auch in diesem Dorf, dessen Namen ich jetzt nicht mehr wiedergeben kann. Es war äußerst witzig. Massen an Menschen, alle tanzend oder musizierend mit den tollsten Kostümen oder was auch immer für Kleidung. Zwischendrin immer wieder der Duft von Pachamanca, dem traditionellen Gericht hier und viel Alkohol.
Wir waren wohl auch eine Art Spektakel. Scheinbar sind Touristen, oder besser gesagt gringas (weiß, blond...) dort eher selten, so dass sogar Fotos von uns gemacht wurden. Komisches Gefühl, aber witzig. Schließlich sind wir auch irgendwie in diesen Umzug geraten und haben mit den sehr fröhlichen Menschen tanzen dürfen. Haha. Einfach nur Spaß.



Am nächsten Tag sind wir wieder recht pünktlich aufgestanden, um uns auf den Weg zu einem kleinen Dörfchen, noch tiefer in den Anden zu machen. Doch da wir uns im Hostal noch etwas verquatscht hatten und uns in den Bann einer Reiseagentur ziehen lassen haben, waren wir letztendlich doch spät dran. Ziel war natürlich ein Trip mit Pferden durch die Anden, vorbei an Gletscher und Lagune. Da uns die Reiseagentur immenz teuer erschien, haben wir uns auf eigene Faust mit dem Taxi über Holperpisten ins Dorf kutschieren lassen.



Der Ausgangspunkt unseres Pferdetrips. Ein kleines Dörfchen, mitten im Nirgendwo.
Nachdem wir dort angekommen waren, fragten wir uns letztendlich zu einem kleinen Lädchen durch, wo wir herzlich aufgenommen wurden, mit der Möglichkeit einen Pferdetrip mit ihrem Sohn zu machen. Genau das haben wir gesucht.
Also: Gesagt - getan!


An und Tine, die 2 belgas mit denen ich gereist bin.

Der sehr erfahrene und sympathische Pferdeflüsterer =) namens Jonathan

Jonathan wurde uns vorgestellt und dann machte er sich auch schon an die Arbeit. Sammelte 4 Pferde zusammen und sattelte sie. Währenddessen haben wir das schöne Wetter in Ruhe und frischer Luft genossen. Bei der Frage nach einem Bad, wurden wir natürlich hinters Haus in die freie Natur geführt, mit dem Hinweis, hier sieht uns keiner. Das hätten wir uns doch eigentlich denken können. Aber was gibt es nicht schöneres, als seinen Po mal kurz in die schöne Höhenluft zu halten =)
Und dann war es auch schon nach 12Uhr und es wurde höchste Zeit, dass wir uns auf die Pferde machten. Die erste Herausforderung schien mir ja: wie um Himmels Willen kommt man denn auf den Gaul drauf? Sieht ja immer alles ganz einfach aus, aber eben auch nur im Film. Funktionierte letztendlich aber irgendwie und dann saß man da, auf seinem "Gefährt", und wusste zunächst nicht vor und zurück. Doch eine kleine Kurzeinweisung reichte eigentlich auch schon aus und los gings.



Da der Trip auf der zu sehenden 'Straße' begann, war auch gleich zu Beginn die Aufgabe zu meistern, wie man den zwar seltenen, aber vorhandenen Autos ausweicht. Anfang stellten wir uns alle noch leicht unbeholfen an, aber so schwer war es dann doch nicht. Nach wenigen Minuten kamen wir an den ersten Fluss, den wir ganz locker durchwatet haben, natürlich auf dem Rücken des Pferdes.
Ach übrigens, mein Pferd hieß chico lindo, was so viel heißt wie schöner Junge. Ich denke das hatte seinen Grund, dass chica linda (ja, ich meine mich) diesen Wegbegleiter hatte.
Zunächst verlief alles sehr ruhig und genießerisch. Nachdem wir den Weg verlassen hatten, wurde die ganze Angelegenheit natürlich auch etwas steiler, doch Pferde sind ja bekanntlich stark und es war sehr schön, einfach weit und breit nur Natur zu sehen und bereits im Hintergrund die weiße Kuppe eines Berges zu erahnen, unser Ziel.
Doch wie mich vielleicht einige kennen, wisst ihr ja, dass bei mir nie alles nach Plan läuft und ich gern immer etwas extra Abenteuer erlebe. So natürlich auch bei diesem Trip. Da es am Abend zuvor geregnet hatte, war es an einigen Stellen am Hang äußerst rutschig. Ich dachte mir bereits zuvor: wenn ich ständig stolper, warum soll das nicht auch einem Pferd passieren. Klar passiert es, doch fängt sich ein Pferd meist besser als ich. Auch chico lindo hat sich meist wieder gefangen, bis zu einem Punkt...
ja eigentlich brauch ich hier doch nicht mehr weiter erzählen oder!? Ich tu es trotzdem =)
Es war wohl leicht spektakulär, auch wenn ich davon nicht viel gesehen habe. Chico lindo ist also an einer wirklich steilen und sehr matschigen Stelle ausgerutscht und kam auch nicht mehr so richtig auf seine 4 Beine. Es war eine wahnsinnig wacklige Angelegenheit auf dem Rücken eines etwas verrück spielenden Gaules. Und aus Angst er würde gleich den ganzen Berg runterpurzeln und womöglich auf mich drauf, habe ich mich gleich mit in den kalten Matsch begeben. Jammi. Auch ich kam nicht mehr auf meine Beine, lag vielleicht an den schwindelerregneden Höhen von 4000m für mich Flachlandtiroler, oder aber einfach am Schreck. Sachen gibts.
Alles halb so wild und aus heutiger Sicht auch wahnsinnig witzig und wir lachen viel über die Situation. Ich habe mir nichts getan, chico lindo geht es auch gut, und meine Angst ist nach den weiteren Stunden auf ihm ohne Zwischenfall auch wieder verflogen, auch wenn meine Knie anfangs natürlich ganz schön schlotterten bei dem Gedanken, gerade mal ein Viertel der Strecke geschafft zu haben und weiterhin Vertrauen in das Tier zu haben. Aber er hat es geschaff, dass ich mich wieder wohl gefühlt habe und die Tour in vollsten Zügen genossen habe.

Unser letztendlichen Ziel war der Gletscher mit Lagune, was ihr hier auf den Bildern sehen könnt.



Es war super schön da, auch wenn ich hier das erste Mal etwas deutlichere Auswirkungen der Höhe merkte, denn zur Lagune selbst kam man nur durch einen kleinen Fußmarsch, da es zu steil für die Pferde war und da war der Sauerstoffmangel deutlich zu spüren. Doch wie ihr sehen könnt, wurden wir mit einer super schönen Umgebung belohnt.
Der Rückweg durfte auch nicht lang auf sich warten, da die Zeit bereits vorangeschritten war und es hier bereits kurz nach 6 dunkel wird. Es war bereits klar, dass wir es nie im Hellen schaffen würden, doch wenigstens ein Stückchen. Nun versuchten wir auch erstmals den schnellen Schritt mit den Pferden. Anfangs etwas schwierig sich im Sattel zu halten, doch wenn mans einmal raus hat, ging auch das. Doch haben wir uns lieber auf den langsamen Schritt geeinigt, zumal es dann in den steilen Regionen auch nicht schneller möglich war.
Letztendlich brach die Nacht herein und diverse Glühwürmchen haben uns den Weg gewiesen. Der Sternenhimmel war einmalig und auf Jonathan und die Pferde war Verlass, so dass man die Momente einfach genießen konnte. So einen Trip habe ich noch nie erlebt und ich möchte es jetzt auch nicht mehr missen.

Den Tag haben wir mit einem schönen, sehr leckeren Essen (Trucha = traditionell zubereiteter Fisch) ausklingen lassen.
Für den nächsten und letzen Tag war die ersten Aufgabe die Organisation unseres Rückbuses. Hat alles länger gedauert als erwartet, da viele Busse voll waren, aber letztendlich sind wir für umgerechnet etwa 5 Euro wieder gut in Lima gelandet, auch wenn unser Bus kleine Motorschwächen aufwies und Kühlpausen einlegen musste.

Vor der Abreise haben wir uns noch auf den oft erwähnten Sonntagsmarkt begeben, der wirklich alles Dinge beherbergt, die ein Markt haben kann. Super schön und super groß. Da fällt es teilweise schon schwer, an den Dingen vorbei zu gehen. Letztendlich haben wir endlich Pachamanca probiert und wie ihr auf dem 2. Bild sehen könnt, sind die Portionen einfach unglaublich. Ich sollte hier vielleicht noch dazu sagen, dass das unsere Teller nach dem Essen waren. Ich weiß nicht, wo das die Peruaner hinessen, aber naja. Lecker wars auf jeden Fall.




Na gut, nun solls das mal mit meinem Bericht gewesen sein. WAHNSINN ist die Zusammenfassung und damit ganz liebe Grüße an euch