aber nun erstmal zu unserem letzten track, den wir unternommen haben: das tongariro alpin crossing.
geplant wurde das ganze fuer den 19.2. mit unseren lieben hostelfreunden aus tauranga fab und christine. wir hatten nur an diesem bestimmten tag zeit zusammen und wie wir es gewohnt waren, passte das wetter perfekt! mal wieder glueck gehabt=)
frueh um 8 sind wir losgelaufen, denn wir hatten einen 19,8 km langen gebirgstrack vor uns (7h). anfangs waren wir sogar noch zu fuenft, weil zufaellig auch noch johann, den fab und christine vorher auf der reise kennengelernt hatten, den track geplant hatte. er wollte jedoch nicht nur das alpin crossing machen, sondern auch noch zusaetzlich zwei gipfel erklimmen, den mount tongariro (1967m) sowie den mount ngauruhoe (2291m), besser bekannt als der schicksalsberg aus herr der ringe! nach angaben sollte seine tour insgesamt 11,5h dauern, also konnte er nicht mit uns flachlandgurken (er hat wohl schon fast jeden berg der europaeischen alpen bestiegen) mittraben, sondern legte schon zu anfang joggingtempo ein. also kaempften wir uns dann doch wieder nur zu viert den berg hoch und konnten gluecklicherweise pause machen, wann wir wollten=) das war auch notwendig, denn erstens musste anett oefter mal ihre von blasen ueberzogenen krueppelzehen neu tapen und zweitens war auftieg auf 1886m (bei 1150m sind wir losgelaufen) ueber nicht enden wollende treppen unglaublich anstrengend, v.a. fuer uns drei maedels, fab war eher mit vorrennen und fotos machen beschaeftigt.
am anfang noch relativ fit!
herr der ringe schicksalsberg - mount ngauruhoe

der track ging mitten durch den south crater
grade strecke durch den south crater - kraft zum posen!
wer geht da schon freiwillig hoch?? - nur johann!!
ohne worte…
die landschaft, die uns dann oben zu fuessen lag, entschaedigte uns aber fuer alle strapazen! mal wieder waren wir von der neuseelandischen natur begeistert. krater, tuerkisgrelle seen, erstarrte magmastroeme, kuriose gesteinsformen, geroellhaufen, wo man nur hinschaute, und alles in quietschbunten neonfarben. total unreell irgendwie.
red crater
hier konnte man eigentlich nur runterrutschen!

emerald lake

erstarrter lavastrom

auf dem weg nach unten, wo wir dann 1150 hoehenmeter ueberwinden mussten, haben wir dann sogar noch anne und mareike, die wir ebenfalls aus tauranga kannten, getroffen und konnten die letzten paar kilometer zusammen beschreiten. schon lustig, wen man so alles trifft auf must-do-wanderungen in neuseeland!
lachende weiberrunde - crossing fast geschafft=)
wir haben den track schlussendlich sogar in der angegebenen zeit von 7h geschafft, obwohl wir wirklich eher von der langsamen sorte waren und viele viele pausen gemacht haben. wir hatten ja schliesslich den ganzen tag zeit, also warum hetzen?;-)
gehetzt sind da ganz andere, naemlich johann! der is doch tatsaechlich nur eine halbe stunde nach uns am ziel angekommen. hat also nur 7,5h fuer einen 11,5h-track gebraucht! wie geht das denn???? einfach unglaublich! wenn er uns nicht die fotos von beiden gipfeln gezeigt haette, haette es ihm keiner glauben koennen! aber es muss halt nun auch verrueckte menschen auf dieser welt geben...
verrueckt auch, weil er nur 3 tage nach diesem track den gefaehrlichsten berg neuseelands, den mount taranaki, bezwungen hat und das auch in einer rekordzeit von 6h hin und zurueck. normale menschen braeuchten das doppelte der zeit!! wir haben diesen wunderschoenen und perfekt ausschauenden vulkan (deshalb als fujijama in "the last samurai" ausgegeben) nur von weitem betrachtet und das war auch schon beeindruckend genug.
mount taranaki
getrieben von ein wenig angst das auto nicht loskriegen zu koennen, machten wir uns dann 3 wochen vor abflug schonmal auf in richtung auckland um unser glueck zu probieren...
derzeit sind die automaerkte vollgestopft mit autos und campervans jeder sorte. am ende des sommers wollen schliesslich alle backpacker ihr auto verkaufen und es gibt nur eine handvoll neuer backpacker oder anderer interessenten. dementsprechend bekommen nur die wenigsten ihre autos fuer das gleiche geld wiederverkauft und machen immense verluste. aber davon mal abgesehen muss man sich sehr gluecklich schaetzen, wenn man seine karre ueberhaupt los wird. als notloesung, so kurz vor dem abflug, kann man dann immernoch an einen haendler verkaufen. von dem bekommt man vielleicht 500 euro, wenn ueberhaupt, aber besser als nix...
das ganze spiel laeuft hier so jedes jahr ab und jedesmal werden am anfang des sommers den backpackern viel zu teure autos angedreht und am ende der saison dann fuer viel zu wenig geld wieder abgekauft - hier muesste man autohaendler werden!!!
von diesen horrorgeschichten zuviel gehoert, hatten wir natuerlich grosse angst unseren ruediger entweder nicht oder nur spottbillig verkaufen zu koennen. aber, wir sollten mal wieder glueck haben! ...
als wir am montag vor fast zwei wochen hier in auckland angekommen sind, begann dann der autoverkaufsstress. noch gleich am ersten tag haben wir rund 15 flyer (preis fuer das auto = $ 2600) in den verschiedenen hostels verteilt. schon dort merkten wir, dass es wahrscheinlich nicht einfach wird das auto fuer einen guten preis loszuwerden. die ordner bzw. die info-boards der hostels waren bombardiert mit flyern. darunter auch zahlreiche angebote die wesentlich besser waren als unseres. naja, was solls, dachten wir, probieren wir es mal ein paar tage mit dem angebot, wir hatten ja zeit...
nach etwa 2 stunden mitten in der rush hour waren wir verdammt fertig und wollten einfach nur noch einen citynahen uebernachtungsplatz finden und erstmal zur ruhe kommen. obwohl wir gerade erst begonnen hatten unseren ruediger anzupreisen, waren wir schon zu diesem zeitpunkt extrem gestresst. zum glueck mussten wir nicht lange nach dem perfekten schlafplatz suchen. mitten in der stadt in nem grossen park, der auckland domain, gab es keine verbotsschilder und so machten wir uns dort breit. als wir unseren cooker ausgepackt und wasser fuer unseren geliebten nudeln aufgesetzt hatten, kam ein aelter und etwas verwahrlost aussehender typ auf uns zu und schenkte uns eine riesige tuete voll essen. es gab u.a. einen batzen schweinefleisch, broetchen, kartoffelsalat, kaese, orangen. wir waren verdammt verbluefft und konnten nicht so richtig einschaetzen, ob er einfach nur freundlich war oder ob er uns vielleicht etwas ins essen getan hat, um uns in den tiefschlaf zu versetzen und uns dann auszurauben. naja, wir glaubten an das gute im menschen und haben uns den wanz vollgehauen=)
lecker abendbrot fuer lau von john
am selben und auch am darauffolgenden abend kamen wir ein bisschen mit john, so hiess der halbneuseelaenderhaldgrieche, ins gespraech und erfuhren einige stories aus seinem leben, die ihn immer raetselhafter machten. ein kleiner auszug: er muss in seinem auto in der auckland domain uebernachten, da er kein benzin mehr im tank hat und warten muss bis er in ein paar tagen sein gehalt bekommt ... er wohnt etwas ausserhalb von auckland und da er kein benzin hat kann er nicht nach hause fahren ... er hat ein appartment in der city, aber da es gerade renoviert wird, kann er auch dort nicht hin ... bis vor 5 jahren hat er 5 haeuser in der umgebung von auckland gehabt, die er alle vermietet wurden, aber durch einen unfall hat er sie alle verloren ... und so weiter und sofort! alles sehr komische geschichten wo man nicht weiss was wahr ist und was nich. aber da er auch meinte, dass er eventuell jemanden kennt, der unser auto kaufen wuerde, blieben wir mal an ihm dran. zudem meinte er auch er wuerde und in den zoo einladen und in die underwaterworld (obwohl er ja eigentlich irgendwie kein geld hatte - hmm, naja...
john und sein zuhause
die vielen und teilweise superguenstigen verkaufsangebote haben uns in der ersten nacht in auckland ins gruebeln gebracht und so haben wir entschieden am naechsten tag noch einmal ein paar grosse hostels abzuklappern um unser angebot auf $ 2200 zu reduzieren. wir dachten, damit haben wir vielleicht mehr erfolg. als wir im letzten hostel auf unserer tour angekommen waren, kam ein anruf von gerrith aus england. der erste interessent, der unseren ruediger sehen wollte. wir freuten uns riesig, waren aber auch verdammt angespannt, wie er denn bei ihm so ankommt. noch am gleichen tag fuhren wir bei gerrith vor und er war nicht abgeneigt. er meinte nur, dass der preis etwas hoch sei (er hat das angebot fuer $ 2600 gesehen!), aber dass er es sich ueberlegt, wenn er sich noch einen van angeschaut hat. jetzt hiess es abwarten ...
... noch am gleichen abend bekamen wir dann schon einen anruf von gerrith. er wuerde das auto nehmen, aber nicht fuer $2600. er hat uns $ 2200 vorgeschlagen und da wir ja sowieso schon auf diesen preis runtergegangen waren, sagten wir ihm zu! wir konnten unser glueck nicht fassen. wir wussten nicht ob wir uns jetz freuen duerfen oder ob doch noch etwas schief gehen kann. die (womoeglich) letzte nacht in unserem geliebten auto war dann die absolute hoelle. wir konnten kaum schlafen vor aufregung und dann kam auch noch diese waerme hinzu. sie war fuer uns beide die schlimmste nacht, die wir je hatten. am naechsten tag ging es dann ans packen. es hat sich in den ueber 2 monaten im auto soviel kram angesammelt, dass wir es kaum in unsere rucksaecke verstaut bekommen haben. dann bauten wir wieder die sitzbank ein und verpackten das ganze campingequipment mit dem gedanken, dass wir es zum letzten mal benutzt haben. das war wirklich ein verdammt komisches gefuehl fuer uns. einerseits waren wir sehr gluecklich das wir jemanden gefunden hatten, aber andererseits ist uns ruediger schon sehr ans herz gewachsen und wir waren traurig ihn jetz abgeben zu muessen, er war ja schliesslich auch unser zuhause! nachdem alles geordnet und verstaut war gings ab zur autowaesche, wo er noch einmal so richtig auf den kopf gestellt wurde. so sauber wie er danach war, war er wahrscheinlich lange nich mehr.
jetz mussten wir nur noch auf den erloesenden anruf von gerrith warten. er liess uns noch geschlagene 2 stunden warten und dann teilte er uns auch noch mit, dass er noch einen check in einer werkstatt machen wollte bevor er es kauft. oh schreck, wieder fingen wir an, uns grosse sorgen zu machen, dass sich vielleicht noch etwas am auto herausstellt und gerrith abspringt. unsere nerven waren zum zerreissen gespannt als ruediger in der werkstatt war. nach einer stunde wurden wir erloest und wir bekamen das ergebnis. das einzige groesse problem war, dass der eine hinterreifen so runtergefahren war, dass er kurz vor dem platzen stand und das gelenk vom rad geraeusche gemacht hat. das zu reparieren sollte $ 200 kosten und nach kurzen verhandlungen mit gerrith haben wir uns auf den preis von $ 2000 geeinigt. damit waren wir absolut zufrieden. das war auch der preis, der uns immer im kopf rumgeschwirrt ist und den wir unbedingt haben wollten, damit wir nicht ganz pleite in amerika ankommen;-)
so ging es dann noch ab zur post, wo wir den besitzerwechsel vornahmen und anschliessend das geld in die haende gedrueckt bekommen haben - yeeeeeaaaaaaaaaaah, das war ein geiles gefuehl!!!
megagluecklich ueber $ 2000
uebrigens wollte john, der parkbewohner, unbedingt wissen, ob wir das auto verkauft haben und nachdem wir ihm die glueckliche sms geschrieben hatten, hoerten wir nie wieder etwas von ihm! nix mit zoobesuch oder aehnliches. sehr seltsam! war er vielleicht doch ein kurioser autohaendler mit einer ganz raffinierten masche??? tja, hat wohl nicht geklappt;-)
da standen wir dann - homeless - und landeten kurze zeit spaeter im "brown kiwi", einem kleinen hostel in ponsonby. da uns der manager noch kannte (im oktober wollte er sein auto verkaufen und wir haben es uns angeschaut) haben wir fuer eine woche einen job im hostel bekommen. wir muessen betten machen, bad und kueche putzen und mit einem super coolen staubsaugen durchs haus rocken. so standarddinge eben. dafuer dass wir dann nur noch $ 5 zur unterkunft dazubezahlen muessen, ist das ganz ok.
mit freude bei der arbeit! (warum gibt’s zuhause solche praktischen staubsauger nicht???)
als wir hier ankamen und den job in der tasche hatten, dachten wir, dass die woche hier verdammt langweilig werden wird. aber wir sollten uns taeuschen... wir haben naemlich noch die bekanntschaft mit bedbugs (bettwanzen) machen duerfen. diese belebten das hostel von jedem tag aufs neue. bedbugs sind kleine gemeine tierchen, die sich in den betten, im schlafsack, in den klamotten, einfach ueberall, breit machen und einen ganz fies zurichten koennen, indem sie den ganzen koerper mit bissen uebersaeaen, die uebel jucken und grausam aussehen, wie wir hier an einem maedel sehen konnten. leider blieben wir nicht verschont, zumindest nicole nich.
bericht aus der bedbughoelle von nicole: zwei tage nachdem ich in einem verseuchten bett geschlafen habe, kamen langsam nach und nach stiche an den armen, an den schultern und im gesicht zum vorschein. obwohl ich nach dieser einen nacht alle meine sachen und den schlafsack gewaschen habe, den rucksack und saemtlichen weiteren krempel in die sonne gepackt habe, sind es immer mehr stiche geworden. da begann in den letzten tagen das raetselraten, ob das wirklich von dieser einen nacht kommt oder ob ich in dem anderen bett auch solche tierchen habe? jedenfalls habe ich mir mittlerweile tabletten und salbe aus der apotheke auf kosten des hostels besorgt und nochmal alle meine sachen gewaschen, alles andere nochmal in die sonne gepackt und mal wieder das bett gewechselt. wir werden gespannt sein wie es weiter geht...
fieser, mit blut vollgesaugter bedbug
so sollen die bedbugs also vernichtet werden!???
nach dieser horrorgeschichte nochmal ein ausblick auf die letzte woche neuseeland: leider ohne fahrbaren untersatz geht es am montag nun mit dem bus in den hohen und hoffentlich noch warmen norden der nordinsel. zunaechst geht es nach pahia und treffen dort hoffentlich dave, den wir zwischen weihnachten und silvester in turangi kennengelernt hatten. er hatte uns damals eingeladen ihn in paihia besuchen zu kommen und das lassen wir uns natuerlich nicht entgehen! ein kurzes telefonat mit ihm klang zumindest schon einmal recht vielversprechend, denn er hat irgendetwas von einem van erzaehlt, den er uns eventuell leihen koennte. das waere natuerlich genial! damit waere das transportproblem zum cape reinga, dem nordlichsten punkt neuseelands, sowie die uebernachtungsfrage geloest. wir hoffen sehr, dass es klappt und wir nicht aufs trampen angewiesen sind, obwohl wir das gerne mal austesten wuerden, soll hier ja sehr einfach sein! wir werden sehen...
wenn wir dann naechstes wochenende wieder in auckland ankommen sind, liegen nur noch 2 tage neuseeland vor uns, in denen wir noch einiges erledigen muessen. Darum kann es sein, dass dieser bericht der letzte aus neuseeland war...
ganz liebe gruesse in die heimat (wir sehen uns ja sehr bald wieder) und an die anderen weltenbummler
anett und nicole

























